Wie das gehen soll? Keine Ahnung. Aber es wird sich ein Weg finden. Wie es gehen soll, zu Fuß 130 km durch Portugal zu laufen, war irgendwie auch nicht vorstellbar. Und jetzt ist es geschafft. Am frühen Nachmittag ging es über die Brücke von Valenca nach Tui und damit von Portugal nach Spanien. Wir haben die Hälfte unseres Weges geschafft und haben nach der anstrengenden Bergetappe gestern heute relativ entspannt unserem Ziel entgegen gesehen.
Eine ganze Weile geht es von Dorf zu Dorf. Die Leute grüßen vom Traktor, aus dem Auto, von hinterm Gartenzaun. Der Weg ist über zwei Stunden fast unverändert, rechts und links stehen Mauern, dahinter wahlweise Wein, Mais oder Sträucher. Ab und an mal eine Ansammlung von Häusern. Nach gut einer Stunde das erste Café. Und selbstverständlich treffen wir hier all jene wieder, die gestern an den Bergen nach Rubiäes mit uns gegen den Anstieg "gekämpft" haben. Und jene, denen wir abends im Restaurant begegnet sind. Ein freundliches Nicken, eine kurze Nachfrage und nach einem Cafe americano dann das liebgewordene "bom caminho!". Dann geht es wieder auf den Weg.
Wie absichtsvoll dahingestellt wirkt ein klitzekleines Stück Grün am Wegesrand. Gerade als mir der heute recht stille Weg langweilig werden will, schaue ich an einer Brücke nach links und sehe im Glitzern des Bachs eine wunderschön grün-orangene Pflanze stehen. Zwei glitzernd blaue Schmetterlinge tanzen um die Blüten herum und fast scheint es, als könne man eine leise Sommermelodie hören bei diesem Schauspiel. Wie aus einem Feenfilm oder wie ein Ausschnitt aus dem Paradies. "Schau genau hin, suche die kleinen wunderbaren Momente rechts und links deines Weges - es lohnt sich." Etwas in der Art scheint dieser Moment mir sagen zu wollen. Ich nehme ihn mir mit als eines meiner Lieblingsbilder von heute.
Morgen wird es in Spanien weitergehen, wahrscheinlich mit einer anspruchsvoll langen Wtappe. Hoffentlich wird es nicht zu heiß.
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