Dienstag, 4. Juli 2017

Etappe 2 - Doppelsockenstrategie

Das waren 28 Kilometer. Bei zwischenzeitlich 27 Grad, fast immer in der Sonne. Höchste Erhebung 200m bei Starthöhe 5m ü.n.N. - höchster Anstieg 43m. Laufzeit inklusive Pausen 8:24 Stunden.
Wirklich gut, wenn man zu zweit läuft. So ist einer im in der Lage, den anderen zu motivieren, der vielleicht gerade am Ende seiner gefühlten Kraftreserven ist. Die letzten zwei Kilometer waren dann wirklich nur noch Schleppen - und Meter zählen.
Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen kann, beim normalen Laufen an seine Grenzen zu kommen. Oder in deren Nähe. Wenn man zum Beispiel auf einem halbmeterbreiten Bürgersteig eine Stunde lang an einer vielbefahrenen Landstraße läuft und ein Laster nach dem nächsten an einem vorbei rast. Oder wenn nach 20km das Wasser alle ist und man im Nirgendwo stehend merkt, dass man so schnell kein neues bekommt. Oder wenn die gerade abgeklebte Blase am Fuss nach einer Viertelstunde doppelt groß zu Schmerzen beginnt.
Dagegen übrigens soll die Doppelsocken-Strategie helfen. Zwei Socken übereinander gezogen reiben demnach gegeneinander und entsprechend nicht an der Haut. Was auch passt. Ausser an den Fußsohlen. Und die laufen sich jetzt wie auf dem Tartan-Untergrund eines Kinderspielplatzes. Nur eben dass das angenehme Gefühl auf dicken Blasen beruht, die irgendwann zu Schmerzen beginnen. Oder aber man sticht... Aber lassen wir das. 😃
Im Gegenzug zu alledem gibt es großartige Erfahrungen. Zum Beispiel, dass man sich über 8 Stunden lang zwischen Vater und Sohn unterhalten kann. Oder das Treffen von wirklich netten Leuten. Wie zum Beispiel von Antonio, dem Wirt des Restaurants Pedro Furada in Pedro Furada, der vor allem für den Sohnemann mehr als ein Schulterklopfen übrig hatte.
Ab Rates schließlich trafen wir gar einige andere Pilger/innen. Lachende, streitende, schweigende. Die meisten jedoch in kleinen Gruppen bzw. zu zweit. Wir scheinen es also so zu tun, wie die meisten hier auf dem Weg. Zusammen geht es (sich) besser!
Und als Belohnung ist dann das - nicht ganz pilgermäßige - Unterkommen im Gästezimmer mit eigenem Bad und eigener Küche der gerechte Lohn.

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