Weg aus Lenzkirch. Mit ein bisschen Wehmut. So ein Schwimmbad hat schon was!
Dafür ist der Weg heute gnädig mit dem etwas angeschlagenen älteren Mann. Wenige Anstiege, die dann aber Recht sanft. Schöne Weitsichten bis in die Schweizer Alpen. Mit 1.150m stand heute zudem der höchste Punkt des Schluchtensteigs auf dem Programm. Zuvor musste die Nordspitze des Schluchsees begangen werden - und damit ein offensichtlicher Tourismus-Hotspot des Hochschwarzwald. Zum Teil fünf Wanderwege teilten sich eine Strecke. Und bevor der Weg wieder in den Wald abbog auch eine Vesperstation. Die wiederum würde bei uns wohl Ausflugslokal heißen.
Sei es drum. Heute gab es endlich die Wander-Infrastrukutur, die wir vor allem gestern vermisst haben: hin und wieder eine Einkehrmöglichkeit, regelmäßig Entfernungsangaben und vor allem regelmäßig eine Trinkwasserquelle, in welcher Art auch immer.
So macht Wandern richtig Spaß, auch wenn die Sonne sich heute eher versteckte und manche Berge doch recht hoch schienen.
Geschafft haben wir am Ende alle. Und zum Lohn wartete diesmal die Pension direkt am Ortseingang auf uns. Willkommen im Blauen Haus hieß es so schon gegen drei. Und dann erst einmal die Beine hoch.
Nach einem Sommer zu zweit auf dem portugiesischen Jakobsweg und einem Patchworkfamilien-Sommer zu viert auf dem Camino Ingles geht es dieses Jahr wieder zu zweit auf Tour. Vater und Sohn auf dem Schluchtensteig im Südschwarzwald. Eine Woche, 140km. Und diesmal ganz ohne Kreuz und Muschel.
Mittwoch, 31. Juli 2019
Dienstag, 30. Juli 2019
Konfrontationstherapie
Lenzkirch, ein Ort der so ist wie er heißt. So hätte es Wiglaf Droste gesagt. Alle Häuser, alle Straßen wie geleckt. Vor jedem Haus mindestens zwei Autos. Und zwei Alibi-Fahrräder. Der Rest ist irgendwie in den Achtzigerjahren hängen geblieben. Aber nett. Durchaus nett. Nur dass das Restaurant in unserem Hotel Montag und Dienstag zu hat. Die Alternative wäre das andere Hotel, am anderen Ende des Ortes. Da waren wir heute aber schonmal. Und werden es morgen früh wieder sein.
Also bleibt eine Bestellung beim örtlichen Döner. Die Karte dafür gab es an der Rezeption.
Aber was soll's. Es ist nur der Etappenzielort heute. Und der Weg hierher war atemberaubend. Schluchtensteig in reinster Form. 30km im Tal am Wasser, hoch oben in den Felsen, irgendwo dazwischen bei einem der zahllosen Auf- und Abstiege. 80m über dem Wasser auf einem Weg, der sich am Felsen entlang zieht. Die Absturzkante mit einem Balken gesichert. Mehr nicht. Und mehr geht wohl kaum an Högenangst-Therapie. 😀
Am Ende des Tages ist da ein bisschen Stolz auf die eigene Überwindung. Und die Feststellung, dass es gar nicht so schlimm war.
Und es bleiben unglaublich schöne Bilder in Erinnerung und auf dem Handy. Wasserfälle, Felsen, uralte Bäume, Natur pur. Und ganz viele freundliche Gesichter der gefühlt hunderten Wanderer, die uns begegneten und immer einen Gruß für uns übrig hatten.
Was für ein schöner Tag!
Montag, 29. Juli 2019
Wofür es gut ist...
Wofür es (alles) gut ist, wird sich am Ende zeigen. Kopf, Herz, Bauch, Beine... Sowas deutet sich jetzt schon an. Mal schauen.
Ein paar hundert Kilometer südlich von Zuhause. Irgendwo in einem Städtchen, das genau so zu sein scheint, wie die anderen Städtchen, durch die wir gerade gefahren sind. Wie in den Achtzigerjahren einmal hier her gemalt. Aber auch wieder nett irgendwie.
Und wie der Anfang aller Wanderwege ist auch dieser Anfang gar nicht mal so attraktiv. Es braucht einen Moment, sich einzustellen auf die kleinen Schildchen am Wegesrand. In diesem Jahr leuchten keine gelben Pfeile den Weg förmlich aus...
Nach ein paar hundert Metern fängt es dann aber an zu schwingen. Weg von der Straße, ran an den Bach. Nach ein paar Kilometern dann das erste Mal verlaufen. Das schärft die Aufmerksamkeit.
Spektakulär sollte es werden. So sagte es die Internetseite unseres Wanderwegs. Und das wurde es auch. Schluchtensteig, das beinhaltet schließlich die Worte Schlucht und Steigen. Aus dem grünen Tal wurde eine Schlucht mit reißenden Bach. Und am Rande der Schlucht, entlang des Felsens stieg der Weg beständig an. Irgendwann ging es nicht wirklich mehr gut, den Blick in die Tiefe der Schlucht zu richten.
Solche Wege sind gut geeignet, sich der eigenen Höhenangst zu stellen. Dafür war es an Tag 1 also auf jeden Fall gut.
Und für eine Überraschung. Sechs Kilometer vor dem heutigen Etappenziel fusioniert der Schluchtensteig auf einmal mit einem Jakobsweg. Da war es dann auf einmal wieder, dieses Gefühl vom auf dem Weg sein. Und just in diesem Moment die spannende Begegnung mit einem Menschen, der Wanderer einfach so bei sich Willkommen heißt. Eine Toreinfahrt mit offener Tür, ein Kühlschrank, ein paar Schokoriegel, ein Gästebuch und heißes Wasser für einen Pulverkaffee.
Ich bin gespannt, was sich in den kommenden Tagen so auftut.
Ein paar hundert Kilometer südlich von Zuhause. Irgendwo in einem Städtchen, das genau so zu sein scheint, wie die anderen Städtchen, durch die wir gerade gefahren sind. Wie in den Achtzigerjahren einmal hier her gemalt. Aber auch wieder nett irgendwie.
Und wie der Anfang aller Wanderwege ist auch dieser Anfang gar nicht mal so attraktiv. Es braucht einen Moment, sich einzustellen auf die kleinen Schildchen am Wegesrand. In diesem Jahr leuchten keine gelben Pfeile den Weg förmlich aus...
Nach ein paar hundert Metern fängt es dann aber an zu schwingen. Weg von der Straße, ran an den Bach. Nach ein paar Kilometern dann das erste Mal verlaufen. Das schärft die Aufmerksamkeit.
Spektakulär sollte es werden. So sagte es die Internetseite unseres Wanderwegs. Und das wurde es auch. Schluchtensteig, das beinhaltet schließlich die Worte Schlucht und Steigen. Aus dem grünen Tal wurde eine Schlucht mit reißenden Bach. Und am Rande der Schlucht, entlang des Felsens stieg der Weg beständig an. Irgendwann ging es nicht wirklich mehr gut, den Blick in die Tiefe der Schlucht zu richten.
Solche Wege sind gut geeignet, sich der eigenen Höhenangst zu stellen. Dafür war es an Tag 1 also auf jeden Fall gut.
Und für eine Überraschung. Sechs Kilometer vor dem heutigen Etappenziel fusioniert der Schluchtensteig auf einmal mit einem Jakobsweg. Da war es dann auf einmal wieder, dieses Gefühl vom auf dem Weg sein. Und just in diesem Moment die spannende Begegnung mit einem Menschen, der Wanderer einfach so bei sich Willkommen heißt. Eine Toreinfahrt mit offener Tür, ein Kühlschrank, ein paar Schokoriegel, ein Gästebuch und heißes Wasser für einen Pulverkaffee.
Ich bin gespannt, was sich in den kommenden Tagen so auftut.
Sonntag, 28. Juli 2019
Alle Zeichen auf...
Montagmorgen, 2:50 Uhr, Weckerklingeln.
Wer ist auf die blöde Idee gekommen, schon den Zug um 4:00 Uhr nehmen zu wollen? Und was ist das da draußen für ein Geräusch?
Nach Wochen der Trockenheit regnet es. Am Montagmorgen, kurz vor drei. Super! Wenigstens ist das Regenzeugs im Rucksack gut verstaut.
Aus dem Bett gequält, Bad geschafft. Beim Frühstück dann nochmal fix der prüfende Blick in die Bahn-App: "Zug fällt aus". Guten Morgen auch dir, liebe Bahn! Nachdem der erste Adrenalinschub verarbeitet ist, führt der zweite Blick in die App zur Erkenntnis, dass es einen Ersatzzug gibt. Selbe Zeit. Leider ohne Sitzplatzreservierung. Und "vsl. wird der Anschluss (in Frankfurt) nicht erreicht". Aber hey, es ist Urlaub. Mich stresst hier nichts. Nicht Montagmorgen um vier.
Wer ist auf die blöde Idee gekommen, schon den Zug um 4:00 Uhr nehmen zu wollen? Und was ist das da draußen für ein Geräusch?
Nach Wochen der Trockenheit regnet es. Am Montagmorgen, kurz vor drei. Super! Wenigstens ist das Regenzeugs im Rucksack gut verstaut.
Aus dem Bett gequält, Bad geschafft. Beim Frühstück dann nochmal fix der prüfende Blick in die Bahn-App: "Zug fällt aus". Guten Morgen auch dir, liebe Bahn! Nachdem der erste Adrenalinschub verarbeitet ist, führt der zweite Blick in die App zur Erkenntnis, dass es einen Ersatzzug gibt. Selbe Zeit. Leider ohne Sitzplatzreservierung. Und "vsl. wird der Anschluss (in Frankfurt) nicht erreicht". Aber hey, es ist Urlaub. Mich stresst hier nichts. Nicht Montagmorgen um vier.
Auf ein Neues...
Nachdem wir im vergangenen Jahr zu viert den Camino Ingles gegangen sind, sollte es in diesem Jahr zu zweit wieder etwas sportlicher werden. 25km sind als Tagesetappen-Länge im Minimum gesetzt.
Statt der Alpenüberquerung wird es aufgrund eines kleinen gesundheitlichen Breaks nun der Schluchtensteig. Ich bin gespannt!
Statt der Alpenüberquerung wird es aufgrund eines kleinen gesundheitlichen Breaks nun der Schluchtensteig. Ich bin gespannt!
Abonnieren
Posts (Atom)















