Mittwoch, 5. Juli 2017

Etappe 3 - Mittag im Dorf

Der dritte Tag sollte entspannter werden. Die Blasen waren am Abend und morgens gut behandelt, die Route ein wenig verkürzt, die Nacht im Studio hatte für entspannten Schlaf gesorgt und das liebevoll hergerichtete Frühstück gab Kraft für einen guten Start in den Tag. Am Ende des Pilgertages sind die Akkus mal wieder leer, die Strecke war dann doch mit 23km vier länger als gedacht und die Steigungen nach der gestrigen Flachetappe extrem. Aber es ist geschafft. Und ein wenig Stolz macht sich deswegen breit.
Von Barcelos ging es schon um 7:45 Uhr los. Wir waren uns nach der anstrengenden zweiten Etappe nicht sicher, wie schnell unsere Füße uns heute tragen würden und wie viele Pausen wir bräuchten. Bereits gegen vier Uhr morgens lieferten sich vor dem offenen Fenster unseres Studios ein Hahn und ein Hund einen lautstarken Sangeswettstreit. Man hätte ahnen müssen, dass dies ein Omen für den Tag ist. Im Gegensatz zu gestern - wir liefen durch Gegenden mit wirklich großen schicken Häusern - wurde es heute eher dörflich. Und in jedem einzelnen Dorf begrüßte uns ein Hahn lauthals.
Ganz ins Dorfleben konnten wir dann auch zum Mittagessen eintauchen. Sohnemann war nach gut 10km auf einmal ganz auf nächstes Restaurant finden geeicht. Und dank der modernen Technik heutzutage war dieses in gut 600m ausfindig gemacht. Nur eben 600m neben dem gelbpfeiligen Weg, unserem Weg. Die Schritte wurden immer schneller, sogar bergan. Endlich angekommen führte sein Weg direkt auf die Toilette. Daher also die Eile. 😃
Beschert hat uns dieses Bedürfnis jedoch einen Abstecher in ein Dorfrestaurant. Vorsuppe, Salat, Hauptgericht, Obstsalat und Getränk für unglaubliche 6,- Euro. Das Essen war 4 Minuten nach dem Bestellen da. Ganz offensichtlich zudem auf die Bedürfnisse der arbeitenden Dorfbevölkerung ausgerichtet, die sich quasi direkt nach unserem Ankommen auch einfand. Pärchen, die ganz verliebt ihr Mittag aßen, wie sie es schon seit 70 Jahren zu tun schienen, der Maler bunt gefleckt in seiner Pause, die junge Familie mit Baby. Und mittendrin wir bei einer Auswahl an Fleischsorten an Reis mit Pommes als Gemüsebeilage. Unglaublich.
Danach ging es motiviert weiter und endlich trafen wir unterwegs mal andere Pilger. Mit denen teilen wir jetzt die Herberge. Und so schließt der dritte Tag mit einem gemeinsamen Abendessen mit Menschen aus Irland und Deutschland, die wir bis gerade eben noch nicht kannten, die nach diesem Abend beim gemeinsamen Essen aber schon so vertraut scheinen.
Was für ein anstrengend schöner Tag!


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