Freitag, 13. Juli 2018

Wieder unterwegs...

Es ist schön, nach einem Tag Pause wieder unterwegs zu sein, zurück auf dem Weg. Der Camino begrüßt uns mit schönem Wetter, wunderbar verwachsenen Landschaften und wieder einmal netten Begegnungen. Eine Gruppe Spanier überholt uns gleich nach dem ersten Kilometer in Supertempo. Später holen wir sie wieder ein. Der Camino bestimmt eben, wie schnell du gehen kannst, nicht du selbst.
Unsere erste Pause legen wir heute nach 4km ein. Der Aufsteller eines Cafés prophezeit, dass es in den nächsten 13km - also bis zum Ende der Etappe - keine weitere Einkehrmöglichkeit mehr gibt. Das stimmt so natürlich nicht, aber zum ersten Kaffee bzw. Eistee motiviert das Schild auf jeden Fall. Außerdem gibt es so gleich den ersten Stempel des Tages.
Weiter geht es dann durch urige Landschaften, zwischen Farnwäldern, Maisfeldern und teils unter Palmen entlang. In so abwechslungsreicher Umgebung vergehen die Kilometer wie im Flug. Und die Wegweiser, die die immer weiter schwindende Entfernung bis Santiago anzeigen, tun ihr Übriges zur Motivation.
Allein die letzten Kilometer vor Sigüeiro führen entlang einer Autobahn und ziehen sich daher ein wenig. Das Ziel vor Augen, ist das aber hinnehmbar. Immerhin wartet mit Sigüeiro der bislang zweitschönste Etappenort nach Betanzos auf uns. Und die mit Abstand allerbeste Herberge auf dem Camino Ingles. Alle Herzlichkeit, die wir bislang erfahren haben, ist nicht zu vergleichen mit dem Empfang hier in der Albergue de Camino Real. Als ob du nach Hause kommst, fühlt es sich an. Essen, Trinken, Naschzeug - alles ist natürlich da. Und im Mittelpunkt der Herberge steht das Foyer, in dem du die anderen Gäste einfach treffen musst. So gibt es am Nachmittag schon die ersten Gespräche mit Pilgern aus Polen und Deutschland. Spanier und Italiener kommen später hinzu. Und endlich einmal ist es einfach nur schön, abends nebenbei das zu essen, was man eben noch schnell im Supermarkt gekauft hat, statt nach einem Menu del Dia zu suchen.
Und es finden sich nette Leute, um Rotwein und Käse zu teilen und gemeinsam Karten zu spielen. Was für ein schöner Tag!
Morgen wartet Santiago de Composrela auf uns.

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