Heute sind es unterwegs vor allem die Einheimischen, die uns immer wieder fröhlich grüßen oder uns neugierig nachschauen. Ein sehr entspannter Menschenschlag scheint das hier zu sein. Etwas anderes wäre bei der Hitze hier wohl auch kaum vorstellbar.
Heute kehren wir endlich in die erste kleine Dorfkneipe ein. Bislang hatten wir sowas noch nicht gefunden. Morgens um zehn öffneten sich die Türen und gleich saßen die ersten drei, vier Leute für ihren morgendlichen Milchkaffee beisammen. Nach ein paar kurzen Gesprächen miteinander gingen die Leute ihrer Wege, der Wirt buchte seine Lotterieverkäufe vom Vortag ein und machte sich dann daran, die Mittagszeit vorzubereiten. Wir zogen weiter und nahmen uns ein Stück von dieser Gelassenheit mit.
Landschaftlich war der Weg heute wieder sehr schön, viel Grün, tolle Aussichten über Täler hinweg, Minze, Zitronenmelisse und Salbei am Wegesrand und immer wieder Zitronen- und Orangenbäume, direkt in Mino zum Tagesauftakt sogar ein Kiwi-Strauch.
Dass es sich mittlerweile"ganz normal" anfühlt, jeden Tag zu laufen, macht es auch möglich, unterwegs die Gedanken schweifen zu lassen oder miteinander in solche Gespräche zu kommen, für die man sich sonst im Alltag extra Zeit nehmen muss - oder es am Ende eben doch lässt.
Und so gesellen sich zu den schönen Bildern von unserem Weg auch schöne Bilder von kleinen Träumereien oder den ganz festen Vorhaben für unsere Zukunft.
Am Ende des Tages treffen wir in Betanzos Pilger wieder, die wir auf dem Weg schon ein paar mal getroffen haben. In der Kirche miteinander über den Camino und die Erfahrungen der letzten drei Tage ins Gespräch zu kommen, macht den Tag zu einem fast perfekten Pilgertag.
Wir sind gespannt, was der Weg für uns noch bereit hält.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen