Nach der großartigen Etappe gestern hatten wir uns für heute nur 11km vorgenommen. Gleich nach dem Aufstehen wurde klar, dass dies schon anstrengend genug werden würde. Django meinte, dass ihm schlecht sei, Milla bekommt gerade Zähne und hat böse Durchfall. Und zu allem Überfluss hat sie sich beim Frühstück in der Hotelbar erst einmal ordentlich übergeben. Gestern war wohl doch ganz schön viel für alle.
Wir ließen es also sehr ruhig angehen, machten uns gegen neun auf den Weg und freuten uns über einen bedeckten Himmel und gerade einmal 20 Grad. Unterwegs gab es neben schönen Abschnitten durch Wald und Feld auch viele Stücken auf der Landstraße. Mit dem Wagen lassen diese sich allerdings sehr gut laufen. Genau das richtige für heute.
Zwei uns entgegenkommende leere Busse im Nirgendwo warfen Fragen auf. Ein paar hundert Meter später hatten wir die Antwort. Offensichtlich gehen gerade ein oder zwei Schulklassen den Weg. Andrea erzählte davon gestern schon. Bei den wenigen Herbergsplätzen in der Gegend hier können sie eigentlich nur jeden Tag zum Etappenstart und vom Etappenziel gefahren werden und irgendwo weiter weg schlafen. Die Schülerinnen waren, ebenso wie ihre beiden Lehrerinnen ganz entzückt von Milla - und weckten sie mit ihrer lauten Freude direkt auf. Der Schlaf bis dahin im Wagen hatte der Maus aber offenbar sehr gut getan. Ab da war sie so neugierig, kuschelig und freudig wie in den Tagen zuvor. In La Rua begeisterte sie wieder einmal eine Barbesitzerin und hatte danach sogar Lust, ihren Kamillentee zu trinken.
Für uns vier hieß es dann nach gut 10km erst einmal, vom Camino Abschied zu nehmen. Wir übernachten heute gute 3km vom eigentlichen Weg entfernt in einem Hotel in Ordes. Uns erwartete ein schönes Hotel, der Waschsalon und eine Supermercado sind direkt gegenüber - beste Voraussetzungen also, um den Nachmittag und Abend zur Erholung zu nutzen und uns für die letzten beiden Etappen unseres gemeinsamen Abenteuers zu wappnen.

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