Donnerstag, 1. August 2019

auf Abwegen

Das gestrige Tagesziel war auch das heutige. Wir bleiben eine zweite Nacht in St. Blasien und werden dem Schluchtensteig für einen Exkurs auf den Albsteig untreu.
Die  sagt, als Genießertour sind es vier Etappen. Als sportliche Variante sei es in zwei Tagen machbar. Der alte Mann und sein Sohn machen's an einem Tag.
Wie bekloppt muss man eigentlich sein? Na ja, so bekloppt eben: 37km Wegstrecke, von 600m ü.n.N. auf zwischenzeitlich 1.400m, entlang des wunderschönen Albsteigs von St. Blasien über Menzenschwand zum Feldbergpass und über das Herzogenhorn und Bernau zurück nach St. Blasien.
Und wofür das Ganze? Für solche Momente.
Und wenn dein 16jähriger Sohn auf dem Berg steht, ringsum nur Wald und Berge sieht und dazu sagt: "episch!", dann hast du als Vater irgendwie das Gefühl, viel richtig gemacht zu haben.
Nicht dass ich ihn da hoch genötigt hätte. Ganz im Gegenteil. Meine Devise für den Tag war "erstmal losgehen und schauen". Natürlich hatte ich für alle möglichen Orte entlang des Weges die Busabfahrzeiten parat. Natürlich wusste ich, wo auf der Strecke es wie anstrengend werden sollte und welchen Teil man weglassen könnte.
Vor dem Herzogenhorn war auch ich derjenige, der die Frage stellte, ob wir den da vor uns liegenden Anstieg wirklich nehmen wollten oder einfach links abbiegen und gekonnt um den Gipfel herumlaufend den Heimweg antreten.
Am Ende war es seine Motivation oder sein Übermut oder sein Größenwahn, der uns da hoch gebracht hat. Aber der Moment auf dem Gipfel war unser gemeinsamer.
So wie die Höhenangst auf jedem steilen Hangabschnitt der folgenden 18km.

Zum Glück ist man am späten Nachmittag im Wald fast allein. So hat niemand das Fluchen des alten Mannes über schmerzende Knie und nicht enden wollende Strecken auf dem Rückweg gehört. Irgendwie aber muss man sich am Ende eines solchen Tages ja nach Hause bringen. Um dann das Glück über den geschafften Weg ganz auskosten zu können.





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