Nach einem Sommer zu zweit auf dem portugiesischen Jakobsweg und einem Patchworkfamilien-Sommer zu viert auf dem Camino Ingles geht es dieses Jahr wieder zu zweit auf Tour. Vater und Sohn auf dem Schluchtensteig im Südschwarzwald. Eine Woche, 140km. Und diesmal ganz ohne Kreuz und Muschel.
Dienstag, 30. Juli 2019
Konfrontationstherapie
Lenzkirch, ein Ort der so ist wie er heißt. So hätte es Wiglaf Droste gesagt. Alle Häuser, alle Straßen wie geleckt. Vor jedem Haus mindestens zwei Autos. Und zwei Alibi-Fahrräder. Der Rest ist irgendwie in den Achtzigerjahren hängen geblieben. Aber nett. Durchaus nett. Nur dass das Restaurant in unserem Hotel Montag und Dienstag zu hat. Die Alternative wäre das andere Hotel, am anderen Ende des Ortes. Da waren wir heute aber schonmal. Und werden es morgen früh wieder sein.
Also bleibt eine Bestellung beim örtlichen Döner. Die Karte dafür gab es an der Rezeption.
Aber was soll's. Es ist nur der Etappenzielort heute. Und der Weg hierher war atemberaubend. Schluchtensteig in reinster Form. 30km im Tal am Wasser, hoch oben in den Felsen, irgendwo dazwischen bei einem der zahllosen Auf- und Abstiege. 80m über dem Wasser auf einem Weg, der sich am Felsen entlang zieht. Die Absturzkante mit einem Balken gesichert. Mehr nicht. Und mehr geht wohl kaum an Högenangst-Therapie. 😀
Am Ende des Tages ist da ein bisschen Stolz auf die eigene Überwindung. Und die Feststellung, dass es gar nicht so schlimm war.
Und es bleiben unglaublich schöne Bilder in Erinnerung und auf dem Handy. Wasserfälle, Felsen, uralte Bäume, Natur pur. Und ganz viele freundliche Gesichter der gefühlt hunderten Wanderer, die uns begegneten und immer einen Gruß für uns übrig hatten.
Was für ein schöner Tag!
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